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FAQs

FAQ steht für Frequently Asked Questions und es wurde langsam aber sicher Zeit, eine FAQ Seite einzurichten. Nach und nach wird sich diese Seite mit häufig gestellten Fragen und deren Antworten füllen, also ab und zu mal reinschauen, vielleicht findet sich hier eine Antwort auf eine aktuelle Frage!

Die Fragen bzw. die Stichworte sind alphabetisch geordnet, und es wird sicher auch die eine oder andere nicht so ernst gemeinte Frage beantwortet werden!

Cool      ACY!

50´Wiring, was ist das und was macht das?

50´s Wiring? Vereinfacht ausgedrückt ist der einzige Unterschied der, dass bei dem sogenannten 50´s Wiring der Tonkondensator am Ausgang (der mittlere Pin) des Volume Potis angelötet wird, und nicht am Eingang wie sonst üblich. Auf der Seite des Tonpotis kann alles belassen werden. Übrigens beziehe ich mich hier auf eine normale 4 Poti Les Paul Schaltung.

Was ändert sich dadurch? Bei voll aufgedrehtem Volume Poti ändert sich eigentlich gar nichts, da in dieser Position Eingang und Ausgang des Volume Potis direkt verbunden, man könnte auch sagen parallel geregelt sind. Der Tonpoti reagiert bei Volume voll offen in beiden Varianten, also 50´s vs. moderne Regelung gleich, dh. wie gewohnt werden die Höhen bei Nutzung des Tonpotis weniger, bis es ganz dumpf geregelt ist.

Erst wenn ich mit dem Volume Poti arbeite (leiser regle), wird es nun richtig interessant, denn: Bei dem 50´s Wiring gehen die Höhen weniger verloren als bei der moderneren Version, dh. der Ton bleibt frischer, und etwas definierter. Noch interessanter wird es nun wenn wir bei leiser geregeltem Volume Poti mit dem Ton Poti arbeiten, denn dieser zeigt beim 50´s Wiring eine ganz andere Wirkung. Arbeitet die moderne Version wie gewohnt, also die bekannte Höhen Dämpfung, funktioniert der Tonpoti beim 50´s Wiring anders, denn zuerst - und das über einen recht weiten Regelbereich gehen die Mitten zurück, und die Höhen bleiben lange noch erhalten, das ergibt einen sehr schönen fast schon akustisch klingenden Sound. Erst auf dem letzten Stück des Potiwegs gehen dann auch die Höhen zurück.

Fazit: Wer bei wechselnden Volume Poti Einstellungen stets die gleiche Funktionsweise der Tonpotis haben möchte (zB einen milder geregelten Jazz oder Blues Sound) ist mit dem moderneren Wiring sicher besser bedient. Wer das nicht benötigt und gerne mit verschiedenen Sounds und vielfältigen Möglichkeiten arbeiten möchte, kann getrost auf das 50´s Wiring setzen, denn es dann macht wirklich Spaß, an den Potis zu schrauben.

Viel Spaß dabei!

Tapped Pickups?

Tapped Pickups? Pickups haben eine Wicklung mit einem Draht, je nach Modell mit mehreren Tausend Wicklungen. Nehmen wir als Beispiel (Fantasiezahlen!) einen Singlecoil mit einer Wicklung von 9000 Wicklungen. Mit diesen 9000 Wicklungen wäre das ein deutlich kräftigerer Singlecoil als die üblichen ST-Modelle.

Nun kommen wir zur Tapped Option: Wenn ich nun diese 9000 Wicklungen nicht an einem Stück voll aufwickle, sondern zB. nach 7000 Wicklungen den Draht auf einen Anschlußpunkt auf der Grundplatte führe, und von diesem Anschlußpunkt ausgehend dann eine weitere Wicklung mit 2000 (dann gesamt wieder die 9000) Wicklungen aufwickle, habe ich nun die Möglichkeit den Pickup mit der angezapften (tapped) oder der vollen Leistung zu verwenden. Dh. ich habe nun im tapped Modus einen Singlecoil Sound im üblichen Rahmen (ca. 7000 Wicklungen, ST Modelle) zur Verfügung, und kann bei Bedarf mit einem Schalter oder einem Push Poti die volle Wicklung (=Leistung) abrufen.

Fazit: Zwei Pickup Modelle in einem, bequem durch Schalter, Mini-Toggle oder Push Poti schaltbar, und damit Erweiterung der Soundmöglichkeiten ohne faule Kompromisse oder veränderte Optik!

Stimmstabilität bei Gibson® Style Gitarren?

Im Dutzend könnte ich Kunden neue Mechaniken verkaufen, die wegen Stimmstabilitäts-Problemen bei ihren Gibsons® oder ähnlichen Gitarren mit gewinkelten Kopfplatten bei mir anfragen, und neue Mechaniken kaufen möchten. Nach dem Montieren der neuen Mechaniken wären aber meistens die Probleme immer noch da, dh. ich sortiere aus, wer wirklich neue Mechaniken benötigt, und wer einfach nur ein paar Tipps benötigt, um seine Gitarre besser in Stimmung zu halten.

Bei Gitarren mit abgewinkeltem Headstock üben die Saiten am Sattel einen sehr hohen Druck aus, versucht mal eine normal gestimmte Saite aus dem Sattel zu heben, das wird kaum klappen. An dieser Stelle macht die Saite zusätzlich einen Knick, was auch nicht unbedingt optimal ist, wenn es um perfekte Stimmung geht. Hier nun die Tipps um die Stimmstabilität zu verbessern:

A: Beim aufziehen von frischen Saiten darauf achten, dass die Wicklungen auf der Mechanik sauber sitzen (es sollten auch nicht zuviele Wicklungen sein), oder je nach Vorliebe eine Knot-Technik sauber anwenden. Damit an dieser Stelle nichts mehr nachgeben kann. Bei der Verwendung von Lock Mechaniken darauf achten dass die Rändelmuttern (bei Typen mit Rändelmuttern) gut-aber ohne Gewalt angezogen sind, und bei selbst festziehenden Lock Typen (wie Gotoh Magnum Lock) dass die Saiten solange gedehnt werden, bis auch hier die Mechaniken nicht mehr nachgeben. Das kann bei den Gotoh Typen mehr Dehnen bedeuten, bis es paßt.

B: Frische Saiten "müssen" ordentlich gereckt werden, dh. am besten am 12. Bund (Mitte der Saite) packen, und kräftig ziehen, mit wohl dosierter Kraft, aber natürlich nicht durchreissen. Vergeßt nicht, dass die Saite bei kräftigem Spiel auch ganz schön was mitmachen muß, und dass eine neue frisch aufgezogene Saite noch viel Spiel hat, wenn sie gedehnt und belastet wird. Also ziehen und nachstimmen solange, bis die Stimmung hält.

C: Was manchmal auch gut tun kann ich das kräftige Drücken der Saiten an ihrem Knickpunkt, also am Sattel, und an der Bridge. Gerade der starren G-Saite kann das gut tun.

D: Mit der wichtigste Punkt ist das regelmäßige Schmieren der Sattelkerben. Das "muß" bei solchen Gitarren gemacht werden, wenn die Stimmung sitzen soll. Nur sehr wenige Gitarren kommen hier ohne Schmierung aus, die meisten benötigen die regelmäßige Schmierung. Sehr gut kann man das daran erkennen, wenn beim Stimmen dieses berühmt berüchtigte "Pling" zu hören ist, also eine klemmende Saite durch das Betätigen der Mechanik gezwungen wird, ihren festgeklemmten Platz zu verlassen. Hat man einen trockenen klemmenden Sattel, und zieht im Spiel zb die G-Saite kräftig hoch, dann verhindert der "Klemmsattel" (denn so könnte man einen solchen trockenen Sattel nennen) dass die G-Saite zurück in ihre richtige Stimmung findet. Das Ergebnis: Eine verstimmte G-Saite, und damit ist die ganze Gitarre daneben.

Schmiermittel: Hier gibt es natürlich die verschiedensten Angebote, manche schmieren Graphit in die Kerben (ich finde das ziemlich unschön, den schwarzen Kram), manche kaufen sich spezielle Mittel die der Markt anbietet, hier muß jeder sein Mittel finden, mit dem er sich wohl fühlt. Ich selbst nutze seit langer Zeit Ballistol Universal Öl (im kleinen Fläschchen, 50ml), das kann man mit einem feinen Pinsel auftragen, oder mit einer kleinen Nadelflasche anbringen.

Das wichtigste: Die Schmierung muß regelmäßig passieren, und beim Schmieren sollte man darauf achten, dass das Schmiermittel auch wirklich nur in die Kerben gerät, und nicht das Griffbrett erreichen kann.

Wenn man diese Punkte richtig beachtet, dann kann man normalerweise einen 2h Gig ohne Probleme oder häufiges nachstimmen durch rocken, ich selbst habe ein paar hundert Gigs durchgezogen mit Gibson® Gitarren, ohne dass ich häufig nachstimmen mußte. 1-3 mal pro Gig, so sollte das funktionieren können!

Viel Spaß beim Rocken!    Cool

Singlecoils leiser als Humbucker?

Auch dieses Thema steht immer wieder im Raum, wenn es um Pickupberatungen geht. Pauschal läßt sich das sicher nicht beantworten, aber hier ein paar Infos dazu.

Wenn ich mit einem richtig cleanen Sound spiele, dann gibt es keine Übersteuerungen/Verzerrungen, und alles was an Signal in den Amp rein geht, kommt hinten entsprechend raus. Ein normaler Singlecoil mit einem Wicklungswiderstand von ca. 6kOhm bringt einfach weniger Output als ein Humbucker, und wird hier dann entsprechend leiser sein, als ein Humbucker. Wobei ein schwächerer Humbucker mit ca. 7,5kOhm dann auch wieder leiser ist, als ein richtig starker Humbucker mit mehr als 10kOhm. Hier gleiche Lautstärken zu erzielen ist ohne eine akive Pegelanpassung (durch aktive Elektroniken) normalerweise nicht machbar.

Arbeite ich nun mit einem leicht angezerrten Sound, dann wird sich der Lautstärkeunterschied verkleinern, und bei High Gain ganz weg sein, und sich nur noch durch unterschiedliche Gain Struktur/Ausprägung zeigen.

Es ist also abhängig von den verwendeten Pickuptypen (Output) und dem verwendeten Sound, wie stark Lautstärkeunterschiede sich zeigen, man muß sich damit seine eigene Situation in Beug auf die Pickupauswahl gut überlegen, um optimale Ergebnisse zu erhalten. Aber man muß auch die Physik akzeptieren, die uns gewisse Dinge vorgibt wie sie eben sind.

Humbucker die zueinander passen?

Die Frage ob zwei Humbucker zueinander passen, kann ich eindeutig nicht beantworten, denn es kommt hier wieder einmal auf die persönlichen Bedürfnisse des Musikers an, und seine Sichtweise. Nehmen wir als Beispiel eine Les Paul mit zwei Humbuckern. Im klassischen Vintage Bereich wird hier eher eine Kombination gewünscht, bei der die beiden Pickups in ihrem Charakter und Output nahe beieinander liegen, also ein sehr ähnlicher Sound aus der Paula kommt, egal ob Bridge oder Neck Pickup aktiviert wird. Wird nun an der Bridge ein höherer Output gewünscht (aber noch im Medium Output Bereich) bei gleich bleibendem Neck Pickup  dann wird das schon einen Ticken schwieriger, und vor allem abhängig vom verwendeten Gain. Bei sehr wenig Gain oder glasklar Clean wird nun bei einer solchen Konstellation (also Medium Bridge - ca. 11-12k, und PAF Style Neck - weniger als 8k) ein deutlicher Lautstärkeunterschied hörbar sein. Das ist dann reine Physik und kein Manko der Pickup Modelle, dh. das was aus den Pickups rauskommt, wird vom Amp so auch laut gemacht. Wird nun mit Ampsounds gearbeitet die mit mehr Gain eingestellt sind, zb leichten Cunchsound, dann relativiert sich dieser Unterschied, dh. die Lautstärke wird nicht mehr so deutlich unterschiedlich sein, aber die hörbare Verzerrung wird je nach Output der Pickups und Einstellung des Volumepotis an der Gitarre mehr oder weniger sein.

Nehmen wir nun noch ein Extrembeispiel, also einen sehr starken Bridge Pickup (mehr als 16k Modelle) und einen PAF Style Neck Pickup. (weniger 8-7k) Im Clean Betrieb wird der Lautstärkeunterschied groß sein, im höheren Gain Bereich geringer. Dennoch macht auch eine solche Pickup Paarung Sinn, wenn man zB den Bridge Pickup für die Zerrgeschichten, und den Neck Pickup für cleane Sounds einsetzen möchte (oder Lead Jobs im Gain Bereich die etwas klarer klingen), also eine Harmonie der beiden Modelle gar nicht wirklich erforderlich ist.

Fazit: Es hängt vom persönlichen Geschmack und Einsatzgebiet ab, wie man mit der Modellwahl umgeht, alles macht am Ende Sinn, wenn die gewünschten Sounds aus den Speakern kommen. Und wie immer ist erlaubt, was gefällt!

4-adriges Kabel oder 1-adrig? (Metallgeflecht ummantelt)

Manchem stellt sich die Frage ob der Humbucker mit 4-adrigem oder dem 1-adrig abgeschirmtem (Vintage Kabel, das ist dieses bekannte mit dem Metallgeflecht) bestellt werden soll.

Die Unterschiede sind schnell erklärt:

Mit dem 4-adrigen Kabel kann ich zum einen die Phase des Pickups drehen, was nötig sein kann, wenn der Pickup mit einem Modell eines anderen Herstellers kombiniert werden soll. Es gibt keine einheitliche Phasenlage bei den verschiedenen Pickup Herstellern, deswegen die möglichen Unterschiede. Dann kann ich mit dem 4-adrigen Kabel auch andere Schaltungsvarianten wie Split (Singlecoil Betrieb der einzelnen Spulen) oder auch Parallel Betrieb der beiden Spulen umsetzen.

All diese Möglichkeiten hat das 1-adrige Vintage Kabel nicht, aber dennoch hat es seinen Charme, es sieht klassisch aus, ist einfach zu verwenden, und man kann fast nichts falsch machen. Ein bisschen Liebhaberei spielt sicher auch eine Rolle (ich nehme mich davon nicht aus) denn so haben die alten Humbucker auch schon ausgesehen.

In Sachen Sound geben sich die beiden Varianten nichts, dh. einfach abwägen, was einem besser gefällt, der Preis ist der gleiche je nach Modell.

Lineare oder logarithmische Potis verwenden?

Um zuerst mit einem alten Märchen aufzuräumen: Lineare Potis zur Tonregelung bei passiven Schaltungen sind suboptimal. (Käse) Wen es interessiert soll es einfach ausprobieren, und mit beiden Typen probieren, wie sich der Ton regeln läßt. Mit einem linearen Poti macht es keinen Sinn, da hier erst sehr sehr spät wirklich etwas passiert. Anders beim log. Typen, der je nach log. Charakteristik (es gibt härtere und weichere log. Kurven) schön gleichmäßig die Höhen ausblendet beim regeln.

Bei der Lautstärkeregelung sieht es anders aus, je nach Einsatzgebiet und pers. Vorlieben können hier sowohl lin als auch log Potis Sinn machen. Vor allem im cleanen Bereich (Beispiel Jazz) sind oft lin Potis gewünscht, weil bei log Potis die Lautstärke zu schnell absackt. Je stärker dann die Verzerrung des Sounds ist, desto mehr machen log Potis Sinn, weil lineare bei stärker verzerrten Sounds erst sehr spät reagieren, und ein schönes gleichmäßiges Aufklaren des Sounds nicht möglich machen.

Kurz gefaßt:
Tonregelung - in jedem Fall log Potis, am besten mit harter log Kurve
Volumeregelung - bei überwiegender Cleansoundnutzung lin Potis, im Crunch Bereich je nach Vorliebe lin oder auch log Typen mit weicherer log Kurve, und im höheren Gainbereich bevorzugt log Potis mit härterer log Kurve!

Potiwerte bei P90 Pickups?

Auch eine sehr oft gestellte Frage, welche Potiwerte nehme ich bei P90 Pickups? Üblicherweise stecken in P90 Gitarren 500k Potitypen. Jetzt kommt es wieder auf den pers. Geschmack und die verwendeten P90 Modelle an. Wenn es eher kräftige warm klingende P90 Typen sind, dann kann man sicherlich bei 500k Typen bleiben. Wobei ich die Tonpotis hier eigentlich immer bei 500k belassen würde. Wenn nun ein eher knackig klingender P90 verwendet wird, und der Ton unter Umständen etwas zuviel Biss hat, dann kann man niedrigere Volume Potiwerte einsetzen um den Ton zu entschärfen, oder einen meiner SSP Volume Potis einbauen, mit dem sich der Werte ohne nachträgliche Lötarbeit einstellen läßt. Dh. meine Empfehlung wären grundsätzlich 500k für Volume und Ton, und bei Bedarf das anpassen des Volume Potiwerts nach eigenem Geschmack.

Höheneinstellung der Pickups?

Eine der häufigsten Fragen, auf die es keine eindeutige Antwort gibt, denn der Abstand ist eine sehr individuelle Sache, es macht keinen Sinn hier feste Werte zu empfehlen. Da Pickups in der Regel sehr einfach einzustellen sind, ist es wahrscheinlich das sinnvollste, eigene Erfahrungen zu sammeln, und dann nach dem eigenen Geschmack einzustellen.

Je näher der Pickup an den Saiten ist, desto direkter, bissiger, und auch outputstärker wird das Signal weitergegeben.

Je weiter der PU von den Saiten weg kommt, desto milder und runder wird der Ton.

Humbucker (speziell die Bridge Versionen) dürfen ruhig bis sehr nahe an die Saiten geschraubt werden, je nach Belieben. Bei den Hals Humbuckern sollte der Abstand etwas größer sein, da hier in der Regel deutlich mehr Bässe unterwegs sind, da an der Halsposition die Saite wesentlich weiter schwingt, als nahe an der Bridge. Deswegen sind Hals Pickups auch meistens schwächer gewickelt, um diese Unterschiede zwischen Hals und Bridge Position zu kompensieren, bzw um an beiden Positionen optimale Ergebnisse erzielen zu können.

Bei Singlecoils ist speziell der Halspickup sehr genau zu betrachten, da bei Singlecoils die Saitenanziehung durch die Magnete (bei den Humbuckern sind die sichtbaren Polschrauben und Polepieces ja keine Magnete) deutlich größer ist, und insbesondere an der Halsposition schnell zu Stratitis (eiernder Ton) oder Saitenscheppern führen kann.

Wenn die sensiblen Positionen eingestellt sind, geht es an die anderen Pickups, denn hier kommt es auch noch auf die Kombinationssounds an, also zusammengeschaltete Pickups, zb LP Zwischenstellung, oder die typischen Zwischenstellungs ST Sounds, denn auch diese klingen unterschiedlich, je nachdem wie die beteiligten PUs in der Höhe eingestellt sind.

Mein Tipp: Einen Schraubendreher mit Aufdruck oder Markierung verwenden, und bei jedem Einstellen die Anzahl Umdrehungen des Schraubendrehers mitzählen, und aufschreiben, um zb. jederzeit wieder zur alten Ausgangslage zurückkehren zu können. Damit wird dieses Ausprobieren stressfreier, also schrauben, aufschreiben (oder merken), anspielen und hören, und wieder weiter oder zurück schrauben.

Magnettypen?

Wir arbeiten mit folgenden Magnettypen, Alnico 4, 3, 2, 5, 8, und verschiedene keramische Typen. Diese Magnettypen unterscheiden sich zum einen durch ihre unterschiedliche Leistung/Kraft, aber noch entscheidender sind die Soundunterschiede wenn man die verschiedenen Typen im gleichen Pickup vergleicht. Die Leistungreihenfolge ist so wie oben geschrieben, also 4 ist der schwächste, dann folgen 3, 2, 5 und 8, wobei der 8er schon ein ziemliches Kraftpaket ist. Er ist (was die Leistung angeht) im Bereicht der Keramik Magnete unterwegs, hat aber den typischen warmen kernigen Alnico Charakter, was ihn zu einem sehr interessanten Magnettypen macht.

Alnico 4 - Sehr schwach, sehr milde, etwas schmale aber angenehme Abbildung
Alnico 3 - Sehr warm klingend, mit einem kleinen feinen Schuß Biss ganz oben in den Höhen, bauchig, stabil, und extrem schmatzig
Alnico 2 - insgesamt etwas schlanker als Alnico 3, und nicht ganz so stabil in den Bässen, auch sehr feine milde Höhen, und sehr musikalischer Ton, wie auch Alnico 3
Alnico 5 - der Klassiker, kernig, straffer als A4, A3, A2 mit mehr Biss in den Höhen und weniger Kompression
Alnico 8 - das Kraftpaket, sehr kräftiger Output, strammer als Alnico 5, aber dennoch mit dem typischen Alnico Ton
Keramik - der Magnet wenn es um viel Output und Transparenz geht, straff, zupackend und mit Biss

Magnetische Polarität?

Um bei zwei zusammengeschalteten Singlecoils einen Humbucker-Effekt (brummfrei) zu erreichen, müssen die beiden Pickups gegensätzliche magn. Polaritäten aufweisen. Dh. einmal Nordpol oben, und einmal Südpol oben. Leider gibt es keine einheitliche Norm für die gewählten Polaritäten bei den verschiedenen Pickup-Herstellern, so daß es bei Tausch eines einzelnen Pickups zu Problemen kommen kann, wenn die magn. Polaritäten nicht stimmen. Deswegen versenden wir bei Bedarf einen kleinen Testmagneten, mit dem es dann möglich ist die von uns benötigte magn. Polarität festzulegen! Alternativ kann man die magn. Polarität auch mit einem Kompaß testen, siehe die Fotos. (Achtung: Keine Uhr, Smartphone, oder ähnliches verwenden, hier besteht die Gefahr der Beschädigung!)

Phasenlage?

Bei Pickups gibt es leider keine einheitliche Phasenlage unter den verschiedenen Herstellern. Dh. wer Pickups verschiedener Hersteller kombinieren möchte, sollte (muß) darauf achten, daß die Pickups die Möglichkeit haben, die Phasenlage zu ändern. Bei Humbuckern wird das durch die 4-adrigen Anschlußkabel erreicht. Mit den 1-adrig abgeschirmten Kabeln (braided shielded wire - Metallgeflecht Kabel) ist die Änderung der Phasenlage nicht möglich. Singlecoils mit 2 Einzellitzen können problemlos gedreht werden. P90 Pickups mit dem braided wire wiederum nicht, hier wird dann ein 2-adrig abgeschirmtes Kabel verwendet, wenn die Phasenlage änderbar sein soll.

Polschrauben der Humbucker einstellen?

Die Schrauben sind normalerweise ab Werk ordentlich eingestellt (Standard) und können für den normalen Betrieb einfach so belassen werden, dh. eine Einstellung ist nicht zwingend nötig.

Wenn hier probiert werden möchte, was möglich ist, dann natürlich mit entsprechender Vorsicht (niemals mit roher Gewalt schrauben) und passendem Werkzeug, um nichts zu beschädigen. Oder ab zum Fachmann, wenn man sich das nicht zutraut.

Werden Polschrauben näher an die Saiten gebracht, wird die entsprechende Spule etwas mehr Output haben, als mit größerem Abstand. Dh. diese Spule wird direkter klingen, als die Polepiece Spule, und somit den gesamten Humbuckersound anders färben. Hier kann man nun probieren, ob eine Veränderung der Einstellung eine Verbesserung bringt, oder ob man es so belassen kann, wie ab Werk geliefert.

Rock´n´Roll?

Hat man im Blut, oder auch nicht! Man wird nicht alleine dadurch zum Rock´n´Roller wenn man ständig die Umwelt mit folgendem Spruch nötigt: "Das ist Rock´n´Roll Mann!" - Sicher nicht!      ;-)